Herbst in den Schrammsteinen

Herbst in den Schrammsteinen

Dienstag, 21. Juli 2009

Von der Siegerlandhütte zur Sonklarspitze (3467m)

750 Hm, Felsgrat I, Gletscher, hochalpine Ausrüstung erforderlich
Wir gehen früh am Morgen an der Siegerlandhütte los um noch guten Firn zu haben.
Bis zum Grateinstieg ist der Weg markiert. Zunächst geht es über Schuttfelder und Moränen stetig bergan.


Vom ehemaligen Ferner ist nur noch ein firnbedecktes Todeisfeld übrig. Es ist jedoch am frühen Morgen überfroren. In einer Höhe von 310 m wird es unterhalb der Scheiblehnerwand nach Ost/Südost gequert, auf den deutlich sichtbaren Felsgrat zugehend.
Der Einstieg ist deutlich mit einem großen roten Punkt gekennzeichnet. Hier beginnt eine wunderschöne, luftige Felskletterei im I. Schwierigkeitsgrad, nach oben leichter werdend.


In einer Höhe von 3300 Metern endet er breit und plattig. Spätestens hier müssen dann meist Steigeisen angelegt werden, oder man hat noch reichlich Firn unter den Sohlen.

Über das Hohe Eis 3388m gelangen wir auf das Gletscherplateau der Sonklarspitze. In leicht ansteigendem Gelände in nördlicher Richtung haltend gelangt man unschwierig zum Gipfel.


Zuckerhütl ,Wilder Pfaff, Wilder Freiger bilden ein schönes Panorama am Gipfel. Ganz tief unten auf einem Grat ist die Müllerhütte zu erkennen.

Wir gehen zur Siegerlandhütte zurück, direkt auf unserem Aufstiegsweg.

Sonntag, 19. Juli 2009

Hüttenrunde in den Stubaier Alpen - von Fiegl's Gasthof zur Siegerlandhütte

750 Hm
Wir übernachten eine Nacht in Fiegl's Gasthof und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt, welche wir nur noch aus unserer frühen Kindheit kennen. Elektrische Leitungen per Litze auf dem Putz, die Betten wie bei Großmutter früher, einschließlich der prallen Federbetten. Toiletten irgendwo auf dem Gang und zum Waschen das Waschbecken auch auf dem Gang in einer Niesche. Aber alles super sauber, nix zu meckern, das muss man mal wieder gesehen haben. Das Essen schmeckt, wir sind sowieso die Einzigen und der grummelige Wirt, welcher aussieht wie der Yeti persönlich und so wohl auch genannt wird, erzählt und zeigt uns dann noch per Fernrohr wo die prächtigsten Gamsen und Steinböcke sind.
Von Sölden bis hierher sind es 600 Hm, den breiten Fahrweg durch das Windachtal hinauf.


Am Morgen starten wir nach einem einfachen, aber reichhaltigen Frühstück. Der AV Weg 102 führt immer entlang der Windache. Hinauf bis in ihr Einzugsgebiet rund um die Siegerlandhütte.
Zunächst auf breitem Fahrweg bis zur Materialseilbahn der Hildesheimer Hütte, später auf Almenpfaden und über eine uralte Seitenmoräne hinauf in die urige Siegerlandhütte.




Hier oben übernachten meist die Aspiranten der Sonklarspitze. Dementsprechend sind auch die Gespräche in der abendlichen Hüttenrunde.




Donnerstag, 19. Februar 2009

Peking - Kloster zur azurblauen Wolke

Eine der schönsten und auch auf ihre Weise vergnüglichsten Klosteranlage, welche wir in dieser Woche gesehen haben. Die Klosteranlage befindet sich im östlichen Teil der Pekinger Westberge.

Schon am Eingang fallen die vielen roten Bändchen auf, gerade jetzt im Kontrast mit dem Schnee. Hier bitten die Gläubigen um die Erfüllung ihrer Wünsche.
 Im Tor zur ersten Halle der Himmelskönige empfangen uns die Hüter der Himmelskönige - hier der Donner.

In der Halle der Himmelskönige sitzt ein dickbäuchiger lachender Buddha, welcher sich aufgrund seiner Leibesfülle nach hinten lehnen muss. Er wirkt sympatisch, als könne er auch alle Probleme als Hüter des Himmels lösen. Die Figur des Buddha geht zurück auf einen Mönch aus dem 10. Jahrhundert, der sich kurz vor seiner Inkarnation als der Buddha der zukunft zu erkennen gab.

In der Halle der Unsterblichen sind die 500 Louhan, die ersten Schüler des Buddhismus in Lebensgröße dargestellt.




 Weiter hinauf überragt die Diamantthronpagode das gesamte Gelände.






Es ist Winter und auch hier, direkt im Kloster werden von den Kindern Schneemänner gerne gebaut. Nur sehen sie etwas anders aus, als die unsrigen.



Mittwoch, 18. Februar 2009

Peking - Gegensätze

China ist eine aufstrebende Wirtschaftsnation und dennoch sind die Gegensätze ziemlich groß und für Europäer ungewohnt. Und es ist noch ein kommunistisches Land, bei aller Marktwirtschaft die es betreiben will. Und wer wie wir aus einem ehemals sozialistischen Land kommt bemerkt dies schon am Flugplatz. Groß, größer am Größten und dennoch leer. Die bewaffneten Polizisten nicht wirklich freundlich erscheinend geht zwar Alles reibungslos, aber man fühlt sich unangenehm beobachtet wie früher.

Unsere Reiseleiterin spricht hervorragend deutsch, ist in Heidelberg ausgebildet. Und obwohl der Busfahrer bestimmt kein Deutsch spricht macht sie bei vielen ihrer doch sehr offenen Bemerkungen einen übervorsichtigen Eindruck. Und die wirklich wichtigen Aussagen über das Leben und die Menschenverachtung - die kommen außerhalb des Busses und nur ganz mitten in der Gruppe. Und ganz wenig kommen da auch Bemerkungen über die Menschenrechte durch.

Wie man mit Menschen allgemein umgeht, das haben wir dann live 3x erlebt, allerdings ohne Fotos.

1. Umgang mit der Landbevölkerung:
Beim Besuch des Sommerpalastes des Kaisers. Da im Winter bestimmt weniger Touristen die Sehenswürdigkeiten, welche Kulturrevolution und moderne Bauwut übrig gelassen haben, bevölkern, dürfen mal die einfachen Bauern (unterste gesellschaftliche Kaste, wenig Anerkennung in der eigenen Bevölkerung) auch diese Orte besuchen. Sie haben alle die gleiche einfache Kleidung an, noch sehr an das Einheitsgrau aus Maos zeiten erinnernd. Auf dem Kopf, wie eine Kindergartengruppe die gleichen Kappen und eine Kette mit dem Namen um den Hals. Auf Nachfrage erklärt man uns, dass es alles Analphabeten sind. Und sie staunen an verdreckten Scheiben über den verbliebenen morbiden Charme. Wirkliche Schätze und Reichtum sieht man hier nicht mehr, den haben die letzten Kaiser mitgenommen.

2. U Bahn fahren:
Nach dem Besuch der Berufsschule wollen wir mit der U- Bahn in die City fahren. Eigentlich sind wir genau instruiert. Eigentlich! Schon beim Betreten der U- Bahn Station kommen uns zwei wenig freundliche Polizisten mit Maschinengewehr deutlich im Anschlag entgegen. Sie haben eine Person in der Zange, welche mittels Gewehrkolben und diversen Tritten in den Hintern nach oben befördert wird. Was auch immer da vorgefallen war - in Deutschland undenkbar! Auf was wir nicht vorbereitet waren: Vor Besteigen der U- Bahn erfolgt eine Durchleuchtung des Gepäcks wie auf einem Flughafen Europas. Und wir hatten in der Berufsschule (dort werden auch Köche ausgebildet) Messer gekauft. Schöne Messer! Die Kontrolle dreht fast durch und schreit Knife, knife. Schnell und wortlos nehmen wir unser Gepäck vom Band, wir sind eine ganze Gruppe und jeder hat ein Messer gekauft. Mit den netten Herrn vom Eingang wollen wir bestimmt nichts zu tun haben. So fahren wir Taxi, das geht auch mit Messer.

3. Vor dem Hotel:
Bei der Abfahrt am letzten Tag wartet die Gruppe noch im Bus bis alle da sind. Es fährt ein Polizei oder Armee Kleintransporter mit vergitterten Scheiben vor. Die Türen springen auf und eben die Herren, wie an der U Bahn, springen heraus. Wieder mit Maschinengewehr im Anschlag. Wenig später haben sie ihre gesuchte Person im Nadelstreifenanzug. Auch dieser wird sehr unsanft "verladen". Alles ist innerhalb von wenigen Minuten passiert. Sicher werden auch hier Gründe vorliegen, das geht den Reisenden nichts an, dennoch in Deutschland undenkbar.

Es gibt noch mehr: Schulgeld, Bezugsschein und seine einschneidenden Persönlichkeitsrechte, Geburtsschein, Eigentum an Grund und Boden usw.

Nun aber zu den Gegensätzen welche uns in der kurzen Zeit vor die Linse kamen:

Schicke Einkaufstempel inmitten der Stadt, alles unisono zum europäischen Stil. Selbst die Läden sind gleich angeordnet, die Preise in Euro genau so wie in Yuan. Man kennt sich also aus, muss nicht nachdenken, schade. Das man in einem Land, welches von Hause aus bestrebt ist, das Wissen anderer zu kopieren nichts eigenes und ursprüngliches findet, haben wir erwartet. Das Leben floriert in Peking, wie in jeder anderen x-beliebigen Großstadt der Welt. Selbst die Straßenhändler sind fast nicht zu unterscheiden.








Anders schon vor den Toren der Stadt:
Graue, triste Betonklötzer, heruntergewirtschaftet und ärmliche Buden. Die Elektroinstallation lässt nicht erkennen, dass man da ebenfalls von den Europäern kopiert hätte. Auch die Garküchen sehen deutlich anders aus. Und die ganz richtige Armut haben wir uns dann doch nicht so getraut zu fotografieren, wir haben uns den Menschen gegenüber unwohl gefühlt.